Wanderung durch das Tegeler Fließtal

Am Sonntag schnürten Ornella und ich die Wanderstiefel und machten uns auf den Weg ins Tegeler Fließtal nördlich von Berlin. Wir fuhren bis zum S-Bahnhof mit dem vielversprechenden Namen Mühlenbeck-Mönchmühle und wanderten von dort aus über Dorfstraße, Feld, Wiese und Wald zum Mühlenbecker See.

Durchgehend begleitet von blauem Himmel und herrlich wärmenden gelben Sonnenstrahlen, unterhielten wir uns begeistert darüber wie man immer wieder aufs Neue feststellt wie wunderschön das Berliner Umland ist und wie viel öfter man sich doch in die Natur wagen sollte. Nun, die Vorbereitung für unsere Reise ist ein Anlass mehr. Da sollte es doch wirklich häufiger klappen in nächster Zeit.

Unsere Augen freuten sich und waren dankbar, endlich mal wieder den Blick in die Weite schweifen lassen zu können und nicht von einer 10 Meter entfernten Häuserwand gestoppt zu werden. Wir grüßten vorbeikommende Wanderer, unterhielten uns über die unterschiedlichen Orte, die wir passierten, und versuchten dabei das ein oder andere verstaube Wissen über Bäume und Pflanzen hervorzukramen. Angekommen am Mühlenbecker See setzten wir uns auf eine Wurzel, schauten auf das Glitzern der Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche, tranken heißen Ingwer Tee aus der Thermoskanne und gönnten uns ein paar Stückchen Haselnussschokolade.

Die Idylle wurde für mich nur hier und da unterbrochen, wenn ich in der Ferne den nächsten großen Hund heranrennen sah – ein altes Problem… Nun gut, die Tour verlief ohne jegliche Hundeattacke und ich bin wieder ein Stück mutiger geworden.

Apropos Reisevorbereitung – neben dem Genuss der schönen Landschaft und der erfrischenden Landluft, sind wir eben auch rausgefahren, um uns nach und nach an lange Wanderstrecken zu gewöhnen. Mit unserem 16 km Rundweg waren wir dann am Ende doch noch etwas unter dem für die Reise angedachten Laufpensum von 20 km per Tag – wir widmeten uns aber anderen sportlichen Disziplinen wie…


…unzählige Klimmzüge an Baumstämmen…


…und der großen Kunst des Baumtragens,…

sodass wir, als wir mit der Dämmerung in die S-Bahn stiegen, doch ganz schön müde Beine hatten und uns auf das Abendessen freuten.

Als wir kurz vor Ende unserer Tour dann doch noch das historische Mühlrad sehen wollten, dem der Ort seinen Namen verdankt, fragten wir einen Mühlenbecker Einheimischen nach dem Weg und unterhielten uns dann gute 20 Minuten über die Geschichte der Mönchmühle und des Ortes. Der spontane Vortrag führte uns von längst vergangenen Jahrhunderten zu einem gerade vergangenen – von Mönchen, über Industrielle, das Nazi-Regime, die Staatssicherheit und Devisenhandel, zu engagierten historisch-interessierten Ortsansässigen, die die Mönchmühle heute restaurieren und pflegen.

Wer mehr erfahren möchte, dem lege ich nahe selbst einmal eine Tour ins Tegeler Fließtal zu machen. Es ist allemal ein schöner Ausflug und wahrscheinlich war es auch für mich nicht das letzte Mal, dass ich dort gewesen bin.

Und wer Lust auf eine kleine Geschichtsstunde hat, der gehe rechts die kleine Pflastersteinstraße Richtung Mönchmühle hinunter und frage jemanden, der gerade vor seinem Haus am Auto rumschraubt oder den Garten pflegt, höflich nach dem Weg.

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