Das Schlüsselerlebnis

Das Schlüsselerlebnis

Nach vier Tagen waren wir alle heil in Norwegen angekommen. Die sieben Wanderstudenten, die an der Reise teilnehmen, waren nun alle auf einer der wunderschönen Schäreninseln bei Sandefjord im gemeinsamen Lager versammelt. Außer der Salzwasserdusche im Meer und der Frage, ob Mücken eine Daseinsberechtigung haben, hatten wir keine Probleme. Doch dann der Schock!

Die Zelte abgebaut, die Wanderer bereit zum loslaufen, die mobile Gruppe mit geladenen Kameraakkus startbereit. Doch wo war der Autoschlüssel?

Nach stundenlangem Suchen die Erkenntnis: Verschollen.

Trotzdem legte die Wandergruppe aus Zeitgründen mit ihrem Marsch los. Dann begann das große Telefonieren.

Natürlich hat der ADAC einen Auslandsnotruf, jedoch hilft dieser nicht, wenn man kein „Plus- Mitglied“ und damit nicht außerhalb der EU versichert ist.

Nach endlosen Warteschleifen und zahlreichen Weiterleitungen stand fest: Weder ADAC noch NAF (das ist der Norwegische Pannendienst) konnten uns behilflich sein. Selbst der Abschleppdienst weigerte sich unser Auto abzuschleppen. Menschen, von denen man erwartet sie würden einem helfen, tun dies nicht. Eine bittere Erkenntnis.

Zu allem Überfluss war uns der altnordische Donnergott Thor auch nicht sonderlich wohlgesonnen. In der folgenden Nacht tobte über unserem Lager ein heilloses Gewitter. So mussten wir Unterschlupf in einer alten Bunkeranlage suchen. Schlaf? Fehlanzeige.

Am nächsten Morgen ging die Telefoniererei weiter. Es stellte sich nun bei einem Gespräch mit dem lokalen Volkswagenhändler heraus, dass ein neuer Autoschlüssel nur in Wolfsburg angefertigt werden könne und dies ca. eine Woche in Anspruch nehmen würde. Das war natürlich keine Option für uns. Deshalb war das Nachschicken des Ersatzschlüssels per Eilpost wohl sinnvoller. Nachdem Hannah zu Fuß zu einem Interviewtermin aufgebrochen war, organisierten Christoph und ich die Schlüssellogistik über meine Mitbewohnerin in Berlin. (An dieser Stelle: Tausend Dank an Olga, es gibt doch noch hilfsbereite Menschen auf dieser Welt.)

Doch dann, nachdem wir uns schon längst mit der misslichen Lage abgefunden hatten, kam ein Anruf. Unbekannte Nummer. „Hallo?“ „Ich hab den Schlüssel gefunden!“ Gelächter und Freudenschreie mischten sich auf der sonst so ruhigen Schäreninsel. Am Straßenschild des „Askvikaveien“ war der Schlüssel festgebunden. (An dieser Stelle nun ein herzliches Dankeschön an den netten Unbekannten.)

Wir setzten unsere Reise fort…

PS: Die Moral von der Geschicht: Verliere deine Schlüssel nicht. Und liebe Norweger, es tut uns wirklich leid, dass ihr eure Ersatzautoschlüssel immer in Wolfsburg bestellen müsst. 😉

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3 Gedanken zu „Das Schlüsselerlebnis

  1. Mann oho Mann, so viel Pech gleich am Anfang! Aber damit dürfte dieses Thema ja nun abgehakt sein und ab jetzt alles wie geplant laufen. Wir drücken euch die Daumen, sind in Gedanken bei euch und immer neugierig auf eure Berichte.
    Hjertelig hilsen fra Zella-Mehlis
    Ines und Thoralf

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